Verfasst von: arcuido | Februar 26, 2008

Streich.Akt.

Auszüge aus zwei Tagen streichen:

- „Nadine ? Kann ich die Heizung anmachen, dat Feeeeeling hier drin is so ätzend “ in kombination mit einem tiefen Seufzer.
- (Anmerkung: Die Wohnung liegt an einem Park, in welchem ein Krankenhaus für Süchtige und Straftäter ist.) Abends gegen 21 Uhr ertönt eine hysterische Stimme aus dem Wohnzimmer ins Bad zu mir. „Nadine ! Nadinnnneee ! Komm mal ! KOMM MAL !“ Schmunzelnd wasche ich mir weiter die weiß gefärbten Hände und spreche leise in richtung Wohnzimmer „Denkst du, nur weil du mich rufst lass ich alles stehen und liegen und hüpf zu dir ins Wohnzimmer oder was ?“ Angehechtet kommt er zu mir ins Bad. „Ja aber wenn es wirklich wichtig ist und ein Notfall !“ bringt er mir tot ernst entgegen.  Seufzend trotte ich ihm nach. Mitten im Wohnzimmer bleibt er stehen, hält den Kopf schief und sagt: „Hörst du das ?! Hörst du das ! Ist da einer ausgebrochen ?“ Mein Kopf sinkt richtung Boden und ich trotte zurück zum Händewaschen. Mit leicht genervter Stimme bringe ich ihm noch im gehen entgegen : „Wenn einer im Wohnzimmer steht, kannst dich nochmal bei mir melden.“
- Mitten im Streich-Akt. Er steht 5 Meter entfernt und streicht die Decke, ich am anderen Ende des Raumes die Wand. Er sagt aufgeregt : „Komm mal her, siehst du das ? Siehst du das ? Komm mal. Jetzt komm doch mal bitte ! Ich muss dir was zeigen !“ Ich denk mir natürlich, was hat er nun wieder angestellt und hechte schnellen Schrittes zu ihm, schmeiße dabei den Aschenbecker von einem Tisch. Aschenbecher in scherben, dreck überall verteilt. Ohne jegliche emotionale oder körperlicher Bewegung diesbezüglich stelle ich mich neben ihn, starre an die Decke als wäre nichts gewesen und sage: „Was musst du mir zeigen ?… Wie ich den Aschenbecher am schnellsten zu bruch bekomm? „


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